Blindes Knien

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Vor ihm Knien

Er nahm mich auf den Arm und stellte mich hin. Im Stehen küssten wir uns erneut, bis er auf einmal auf meine Schulter drückte. Er wollte, dass ich auf die Knie gehe. Er setzte sich auf das Bett und ich kniete zu seinen Beinen. Von hier unten schaute ich zu ihm hoch, er sah mich freundlich an, nahm mein Gesicht in beide Hände und küsste mich erneut. Er wollte, dass ich mich wohl fühlte und brachte mich ganz entspannt ohne Druck in diese Position. Als ich seinen Hals umfassen wollte, umgriff er meine Handgelenke und sagte, überschränke sie hinter deinem Rücken. Ich tat direkt, was er von mir wollte und schaute danach wieder zu ihm nach oben. Schließe deine Augen und öffne sie erst wieder, wenn ich es dir sage.

Er verließ den Raum, wo wollte er jetzt hin? Ich hörte, wie er irgendwelche Schranktüren öffnete und wieder seine Schritte. Als ich da saß, vor seinem Bett kniend auf dem weichen Teppich, da spürte ich seinen Blick. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen, ob er da wirklich stand aber ich empfand es so. Er schien mich zu beobachten oder beobachtete ich mich selbst? Stand ich dort, vor der offenen Tür und blickte auf meinen devoten, gehorsamen Körper hinab. War ich das?

War das das was ich wollte? Bin ich gerade glücklich, weil ich es endlich bekommen habe oder war ich glücklich, es zu erleben. War ich im Sein? Oder im Haben? Freute es mich, dass ich es endlich habe oder dass ich es erlebe.

Augen schließen

Wie sollte ich jetzt meine Augen schließen? Ich weiß ja gar nicht was er vorhatte. Irgendwie war es mir als hätte ich keine andere Wahl. Er befahl es mir mit so einer Standfestigkeit in seiner Stimme, dass ich mich gar nicht getraut hätte, es nicht zu tun. Ich schließe meine Augen und fühle mich kurz unwohl. Er hat jetzt direkten Blick auf meinen Körper. Wie sah ich wohl für ihn aus, so mit geschlossenen Augen vor ihm auf den Knien. Ich würde lügen, würde ich behaupten, es wäre mir anfänglich nicht kurz unangenehm gewesen. Auf meinen Knien, meine Hände hinter meinen Rücken verschränkt und meine Augen geschlossen, ich kannte ihn erst kurz und begab mich jetzt schon in so eine vertrauensvolle Position. Sein Handrücken glitt über mein Gesicht, er war ganz sanft zu mir. Seine Finger schoben mein Kinn nach oben, sodass ich mein Gesicht ihm entgegen schob. Mit meinem Kopf im Nacken spürte ich seinen Blick auf mir. Ich merkte, wie er mich musterte, dennoch konnte ich nur seine Berührungen richtig wahrnehmen. Er zeichnete meine Lippe nach und küsste mich schließlich.

Alleine da zu sitzen war reizvoll, ich konzentrierte mich auf meine Atmung, versuchte ohne den Sehsinn zu sehen, zu erleben.

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