Missbrauch

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Vorgeschichte

Ich traf mich das fünfte Mal mit ihm. Wir hatten uns immer gut verstanden. Er war zwar ein bisschen älter als ich aber das gefiel mir. Ich hatte die Hoffnung, dass er In diesem Bereich schon Erfahrung hat. Auf meine kleinen Anmerkungen reagierte er allerdings nicht, das hätte schon mein erstes Zeichen sein können. Als wir uns geküsst hatten, was hatte ich schon gemerkt, dass er etwas grob war, als er mir zum Beispiel in die Haare Griff. Ich dachte allerdings weiterhin, dass er vielleicht durch diese Härte eine dominante Ader hatte. Das wurde leider enttäuscht als ich bei ihm zu Hause war. Als ich gerade gehen wollte, umarmten wir uns noch etwas länger und er hob mich hoch. So trug er mich in sein Schlafzimmer und drückte mich gegen die Wand. Das war sehr ausgeglichen, wir lachten ich traute mich was zu sagen und es war schön. Wie ich den Missbrauch nicht kommen sehen habe.

Der Blick veränderte sich

Als wir allerdings in seinem Bett gingen, schaltete sich etwas in ihm um. Ich kann leider nicht ganz sagen was das war aber er wurde sehr grob. Der Moment wo der Missbrauch zur Starre führte. Er begann mich zu würgen aber er drückte dabei auf meinen Kehlkopf und hat mir dabei sehr wehgetan. Zwar drückte ich mit meinen hinten seine Arme weg, aber sein Griff löste sich nicht. Warum traute ich mich nicht etwas zu sagen? Ich dachte, ich könnte mit der Situation noch umgehen und lies es weiterhin zu.

Rechtfertigung des Missbrauchs

Vielleicht hatte er und das einfach nur falsch verstanden oder noch keine Erfahrung in diesem Bereich. Ich dachte, wenn ich ihn wegdrücke würde er merken, dass es mir nicht gefällt. Man versucht irgendwie eine Erklärung für so ein Verhalten zu finden, weil man nicht glauben möchte, dass eine Person, die man kennt böse ist. Man überlegt, was man falsch gemacht hat, Zeichen, nichts gesagt.

DAS OPFER HAT NIE SCHULD.

Den Satz hörte ich von meiner Therapeutin, die ich kurz danach kontaktierte. Es ist ein Satz, der sich einbrennt und so wichtig ist.

Angst

Im nächsten Moment, als ich nicht daran dachte, schlug er mir ins Gesicht aber nicht mit der Handfläche sondern mit dem Handrücken und mit einer Härte, die mir überhaupt nicht gefiel. Er hatte mir weh getan und ich hatte kurz Angst, Angst davor, dass er es nochmal tun würde. Warum hatte er das so doll gemacht? Er wiederholte diesen dollen Schlag und ich spürte wie meine Innenseite der Wange aufplatzte. Mir tat der Kiefer weh und ich hatte Angst, das erste mal, dass ich wirklich Angst hatte im Bett mit einem Mann. Zum Glück kam ich irgendwie aus der Situation, küsste ihn aber noch, weil er es nicht böse meinte. Er hatte das nur falsch verstanden und sich auch dafür entschuldigt. Das entschuldigt leider nicht das Verhalten. Er war zu grob, nicht empathisch.

Warum sagt man bei Missbrauch nichts?

Wie oft habe ich mich in solchen Situationen gefragt, warum ich nichts gesagt habe. Warum habe ich nicht geschrien, warum bin ich nicht weggerannt?

Das hat eine biologische Ursache. Es gibt einen Teil des Gehirns, der für die Gefahrenerkennung zuständig ist. Nun gibt es drei Reaktionen. Die Flucht, wenn es brennt zum Beispiel, der Kampf und die Starre.

Jede Person reagiert jedoch anders, weil jede Biologie anders ist. Also kann man gar nichts dafür, weil man diese Reaktion nicht beeinflussen kann, obwohl man das glaubt.

Grauzonen gibt es nicht: Muster sexueller Belästigung mit dem Red-Flag-System erkennen (Varia)

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